Stille

Dass ich schon länger nicht geschrieben habe liegt nicht daran, dass es nichts zu erzählen gibt oder ich keine Lust dazu habe.

Ich bin vielmehr seit nun über 5 Wochen ohne Internet im Zimmer. Problemlösung ist nicht so ganz die Stärke der Franzosen.

Internet habe ich nur im Gemeinschaftsraum und dort ist es kalt und es müffelt, so dass ich da wirklich nur hingehe, wenn ich unbedingt Internet brauche.

Aber ich werde sicher noch schreiben, auch wenn es Montag schon wieder nach Deutschland geht, denn es gibt noch soviel zu berichten, über:

– Paris (zweimal)

– Weinmessen und -verköstigung

– Disneyland

– Arras, Douai, Dünkirchen, Bergues

– Fontainebleau, Chambord

– Amsterdam

– Straßbourg (da geht es am Wochenende hin)

– …

Also wie ihr seht lebe ich noch und werde so langsam sentimental, da ich nur noch 2 Tage in Lille bin.

Die Menschen werde ich am meisten vermissen, aber dazu kommt noch was.

Jetzt muss ich erstmal noch zwei Projekte bis Freitag fertig machen und dann ist auch das Semester in Lille vorbei, in Aachen erwartet mich aber noch eine Klausur, habe also auch danach wieder was zu tun.

Ich wünsche euch allen eine wunderbare Adventszeit.

Viele liebe Grüße,

eure Nele.

08.10. Weinprobe

beim Öffnen der letzten Flasche

beim Öffnen der letzten Flasche

 

Anfang Oktober hat der International Club von meiner Uni eine Weinprobe angeboten und da war ich natürlich sofort dabei. Für 15€ gab es fünf verschiedene Weine und zu jedem eine Kleinigkeit zu essen. Was allerdings nicht vorhanden war war Wasser.

Durchgeführt wurde diese Weinprobe von einem Önologen, der uns neben Infos zu den Weinen viele gute Tipps gegeben hat in welcher Art und Weise man eine Weinprobe durchführen sollte. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

„Zur Reihenfolge:
– der nachfolgende Wein darf dich nie enttäuschen in Bezug auf den vorherigen
– von jung nach alt
– von leicht zu kräftig (wenn der nachfolgende kräftig ist kann er auch jünger sein; dies meint nicht den Alkoholgehalt sondern die Intensität des Geschmacks im Mund)
Weinreihenfolge mit Temperaturen:
– trockener Weißwein 8-12 Grad
– Perlwein/Schaumwein (sparkling wine) 6-8 Grad
– Rosé 8-11 grad
– Rotwein 17-19 grad
– süßer wein

Die Tulpenform ist die beste Verköstigungsform.

Lagerung: mit Korken liegend und immer im Dunkeln lagern“

Wir haben den Wein auch wirklich verköstigt und nicht nur getrunken, also nach Farbe, Geruch und Aussehen beurteilt. Die zugehörigen Blätter habe ich auch der folgenden Bildergalerie hinzugefügt.

 

Zu jedem Wein hat er uns auch gefragt was wir dazu essen würden, der sparkling wine schmeckte sehr süßlich und erinnerte mich an Federweißen, so dass ich Zwiebelkuchen vorschlug. Daraufhin musste ich dem Önologen dann erstmal erklären was denn Zwiebelkuchen ist und konnte ihm erst mit einem Foto glaubhaft machen, dass es sich dabei nicht um Flammkuchen handelt. Da er oft in Deutschland ist wird er ihn dann demnächst mal versuchen zu testen. Er spricht übrigens auch deutsch und da wir zwei Deutsche waren hat er zwischendurch deutsch mit uns gesprochen und bis auf die Niederländerin wird wohl kein anderer ein Wort von dem verstanden haben, was er gesagt hat. Ihm schmeckt übrigens das deutsche Sauerkraut besser als das französische, da dies sehr bitter ist. Muss ich dann mal testen, denn Sauerkraut gilt hier als Spezialität und innerhalb der letzten Wochen hatte ich mehrere Diskussionen für welches Land denn nun das Sauerkraut typisch ist.

Nun aber zum eigentlichen, zu den Weinen.

 

Die Weine

Die Weine

Dies sind die Weine, die wir verköstigt haben. Wir haben mit dem rechten, einem trockenen Weißwein begonnen. Weiter ging es dann mit dem mittleren einem süßen, sprudelnden Wein. Der ganz linke hat mir am besten geschmeckt es ist ein süßlicher Rosé. Von diesem muss ich unbedingt einige Flaschen kaufen und mit nach Deutschland bringen. Ich war so begeistert, dass ich glatt vergessen habe ein Foto vom Glas zu machen. (Die von den anderen seht ihr in der Galerie.) Anschließend folgend zwei trockene Rotweine, die beide nicht so ganz meinem Geschmack entsprachen, was daran liegt dass ich eher nicht der Fan von trockenen Rotweinen bin. Der vorletzte war für mich leider der schlechteste Wein und so wirklich geschmeckt hat dieser auch keinem, wir sind wohl alle noch zu jung dafür.

Ich hatte erst überlegt noch zur zweiten anschließenden Verköstigung zu bleiben, aber nach dem 4. Wein hatte ich dann doch genug, so ohne Wasser war ich ganz schön beschwipst. Der Kursleiter übrigens auch, so dass die anschließende Verköstigung wohl recht amüsant und weniger informativ war.

Vom Essen habe ich keine Fotos gemacht und es hat mich auch ehrlich gesagt eher enttäuscht. Es gab Käse (Gouda…), Saucission, Brot mit Leberpastete, Brot mit Lachs und das letzte habe ich vergessen.

Nächstes Wochenende findet ihr in der Nähe eine Weinmesse statt und der Eintritt ist kostenlos, da werde ich auf jeden Fall hingehen.

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Marché Place du Concert

Vorletzten Sonntag war ich endlich mal auf dem Markt hier um die Ecke und ich war begeistert. Es gibt zwar noch einen größeren etwas weiter weg, aber dieser gefällt mir deutlich besser. Ich werde da ab sofort jeden Sonntag hingehen. Er findet auch unter der Woche statt, aber da sitze ich normalerweise in der Uni. Die Auswahl und die Gerüche sind einfach wunderbar. Auch die Preise sind in Ordnung und so habe ich mich dort mit Obst, Gemüse und frischer Minze eingedeckt. Das wird ab sofort meine Einkaufsstelle für dieses sein, denn vom Geschmack her ist es deutlich besser als im Supermarkt. Demnächst muss ich auchmal die frisch gebackenen Gaufres (Waffeln) probieren, letzten Sonntag hatte ich mir vorher eine Köstlichkeit bei „Aux Merveilleux“ gegönnt. Was mich neben der Auswahl sehr beeindruckt hat waren die Austern mit Champagner, die man an einem Stand kaufen konnte. Dies kam mir doch sehr dekadent vor. Den Preis weiß ich leider nicht mehr aber an dem Stand saßen viele Leute und genossen diese.

Man merkt schnell, dass der Marktbesuch fest im französischen Alltag verwurzelt ist. Dies sieht man nicht nur daran, dass es sehr voll war sondern auch, dass in den Cafés rundherum viele Menschen saßen und dies mit dem Marktbesuch kombinierten. Man trifft sich hier auf dem Markt und man kennt sich. Außerdem legen die Franzosen ja viel wert auf gutes Essen und da passt der Einkauf auf dem Markt ja perfekt. Ich bin auf jeden Fall infiziert und versuche morgen nicht zurückzukommen, wenn die Messe in der Kapelle gerade vorüber ist.

Warum der Markt ausgerechnet Sonntags stattfindet, keine Ahnung. Vielleicht weil dann alle Leute Zeit haben und der Platz sonst ein Parklpatz ist. Passt aber irgendwie nicht ganz so ins katholische Frankreich. Ist aber auch irgendwie praktisch, dass man nach der Messe direkt auf dem Markt einkaufen kann.

Die folgenden Bilder sollen euch einen kleinen Eindruck von der Auswahl geben, neben Lebensmitteln gibt es auch Taschen und Kleidung zu kaufen und vorletzten Sonntag war sogar ein Korbmacher da.

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Fahrradfahren in Lille

 

Lille ist wirklich eine sehr fahrradfreundliche Stadt und dies liegt nicht nur daran, dass es keine Berge gibt. Statt Bergen haben wir Kopfsteinpflaster, auch nicht der netteste Straßenbelag. Autofahrer sind auch nicht unbedingt alle freundlich zu Fahrradfahrern, aber es gibt so einige andere Gründe weswegen ich Lille als fahrradfreundlich sehe und gerne mit eben jenem unterwegs bin.

fahrradfreundliche Straße

Der erste Grund ist, dass nicht alle Einbahnstraßen auch für Fahrräder Einbahnstraßen sind. In den meisten dürfen Fahrradfahrer in entgegen der Fahrtrichtung fahren. Erkennbar ist dies an dem obigen Schild. In allen Einbahnstraßen, in denen dies erlaubt ist, und auch sonst an vielen Straßen gibt es einen extra Streifen für Fahrradfahrer. Außerdem dürfen Fahrradfahrer Spuren nutzen, die nur für Busse und sonstige autorisierte Fahrzeuge gedacht sind. Also die Stadt tut einiges dafür um den Fahrradfahrern optimale Bedingungen zu verschaffen und dadurch ist man meist deutlich schneller unterwegs als die Autos. Vor allem im Feierabendverkehr.

Rue Royal

Station Rue Royal, direkt um die Ecke.

Ein weiterer Grund sind die Citybikes, V’lille genannt. Wenn man dort ein Abo (möglich für einen Tag, eine Woche oder ein Jahr) hat kann man die Fahrräder an den Stationen, die überall in Lille verteilt sind nutzen. Das beste ist, dass die ersten 30 Minuten kostenlos sind. Tobias und ich hatten dieses Angebot bereits Mitte August für einen Tag genutzt und waren begeistert. Es gibt quasi an jeder Ecke eine Station, so dass man (fast) immer einen Fahrrad und einen freien Platz findet. Außerdem ist man fast überall innerhalb von 30 Minuten. Sollte man mal länger unterwegs sein kostet jede weitere Stunde 1€. Ich hatte recht schnell entschieden, dass ich dies Angebot nutzen wollte, doch musste ich erst auf mein französisches Bankkonto waren, trotz SEPA war ein deutsches nicht „gut“ genug. Seitdem nutze ich es jeden Tag um zur Uni und nach Hause zu kommen, außer bei starkem Regen. Bislang hatte ich erst einmal das Problem, dass mir morgens kein Fahrrad zur Verfügung stand und einmal das Problem, dass ich keinen Platz an der Uni gefunden habe. Also zu Klausuren besser zu Fuß oder nicht direkt an der Uni abstellen. Dank der App kann ich morgens kontrollieren an welcher der 3 Stationen in meiner Nähe ein Fahrrad zur Verfügung ist und diese dann ansteuern. Um 8Uhr finde ich auch immer einen Platz direkt an der Uni, so dass ich mehr als die Hälfte an Zeit spare, im Gegensatz zum Fahrrad.

Citybike

 

Auf dem obigen Bild könnt ihr eines der Fahrräder sehen, ausgestattet mit höhenverstellbarem Sattel und Zahlenschloss. In den Korb vorne passt nicht viel rein und gerade bei dem Kopfsteinpflaster ist die Gefahr groß, dass etwas rausfällt. Aber fürs Einkaufen einfach praktisch, wobei ich noch nicht den besten Weg mit dem Fahrrad zum Carrefour gefunden habe und zurück muss ich meist laufen, da ich mehr kaufe als in meinen Rucksack und den Korb passt.

Place du Concert

Station Place du Concert, inkl Kopfsteinpflaster und Terminal.

Dies ist eine weitere Station direkt bei mir um der Ecke. Die Größe der Stationen ist immer unterschiedlich. Praktisch war am Anfang, dass das Terminal mehrsprachig ist, so konnten Tobias und ich unser Ticket für einen Tag auf deutsch buchen. Als Zugang habe ich die sogenannte PassPass Karte, die ich auch für Metro und Bus nutzen kann, wenn ich das denn mal brauche. So ganz habe ich mich an das Kopfsteinpflaster noch nicht gewöhnt und bin froh dass ich morgens nur ein kurzes Stück und nach der Uni gar keins darauf zurücklege. Die Autofahrer sind hier teilweise ähnlich unverschämt wie in Aachen, hatte diese Woche einen kurzen Schock als ein Autofahrer in einer Straße, ähnlicher Breite wie auf dem Bild, mit nassem Kopfsteinpflaster morgens sich an mir vorbeiquetschte. Danach bin ich so weit links gefahren, dass keiner an mir vorbeikam. Habe mich so einfach deutlich sicherer gefühlt und das Hupen kann ich, wie die meisten Franzosen, mittlerweile gut ignorieren.

 

 

Après Braderie

Nach der Braderie kommt der Müll und davon zwar jede Menge. Hiervon möchte ich euch in diesem Artikel einen Überblick geben, aber auch mit einigen wenigen Bildern zeigen, wie es „zwischen“ der Braderie am Samstag Abend aussah.

Samstag Abend

Dieser Händler hatte schon „geschlossen“ als ich vorbeikam und seinen Platz durch die ausgebreiteten Decken weiterhin reserviert. Diese waren lediglich mit ein paar Gegenständen vor dem Wegwehen gesichert, so dass er am Sonntag wieder seine Ware ausbreiten konnte.

Samstag Abend

So sah es bei uns in der Straße aus, der Müll wurde einfach liegen gelassen und wurde sogar nachts noch abgeholt, oder er war am Sonntag einfach nur gut versteckt.

Platzreservieung

Diese Verkäufer hatten einfach gleich ihr Auto in zweifacher Weise genutzt. 1. um sich den Platz für den Sonntag wieder zu reservieren und 2. um die Sachen sicher lagern zu können.

an der Kathedrale

 

 

Auch vor der Kathedrale sammelte sich der Müll, währen die Menschen ungestört weiter daneben gegessen und getrunken haben. Hier in Frankreich, beziehungsweise in der Uni und im Wohnheim wird übrigens nur zwischen Papier/Plastikflaschen und Restmüll unterschieden. Also alles was nicht Papier beziehungsweise Plastikflasche oder Dose ist ist Restmüll. Ach nee Altglascontainer habe ich auch schon gesichtet.

 

Müllberge

 In der Innenstadt wurde der Müll erst Sonntags abgeholt und er ließ sich auch nicht so einfach verbergen.

eingezäunt

 

Neben eingezäunten Muschelschalen gab es auch eingezäunte Müllsäcke. Allerdings hier ohne Wettbewerb, wobei vielleicht ist er mir ja nur nicht bekannt 😉

Grand Place

 

Zu sehen sind hier die extra aufgestellten Pappmülleimer, die aber , wie auf dem Bild zwei weiter oben zu sehen, nicht für die Müllmassen ausgereicht haben. Diese wurden übrigens regelmäßig von Freiwilligen geleert.

Braderie

Auf der Braderie konnte man wirklich alles kaufen, man durfte nur nicht nach etwas bestimmten suchen. Ich habe mich am Samstag mit einer Gruppe an der Uni getroffen mit meinem persönlichen Ziel einen Souvenirlöffel, mit Figur am Griff, von Lille zu erstehen.

... und er hat sein helles Licht bei der Nacht ...

… und er hat sein helles Licht bei der Nacht …

Da wir recht viele waren teilte sich unsere Gruppe relativ schnell und wir waren nur noch 5 Leute, die gemeinsam stöberten. Amber und ich hatten uns mit einem Stand etwas länger beschäftigt und waren danach nur noch zu zweit. So bahnten wir uns zu zweit weiter einen Weg durch die Menge, auf dem Amber ein Gemälde für nur 6€ erstand. Etwas später trafen wir aber zwei andere Internationals und schlenderten mit ihnen weiter bevor wir uns uns auf den Weg zum gemeinsamen Mittagessen machten, in einem von Franzosen empfohlenen Restaurant.

 

Da die anderen Mädels danach doch lieber nach Hause wollten bin ich alleine weitergezogen. Ich hatte mich recht am Anfang in eine dieser Metallboxen verguckt, war mir aber nicht sicher wieviel ich dafür ausgeben wollte.

um eine dieser Boxen ging es

um eine dieser Boxen ging es

Auf dem Weg zurück dahin hatte ich mir 10€ als Maximum gesetzt. Auf Nachfrage erörtere mir der Verkäufer, dass er 30€ haben wollte, sichtlich überrascht fragte ich ob dies der Preis für alle zusammen wäre. Nein es war tatsächlich nur für eine, da ich nicht über mein Limit gehen wollte habe ich nicht versucht zu handeln. War auch gut so Tobias hat sie für unter 10€ bei Ebay entdeckt und nein ich habe mir bislang noch keine gekauft. Ich habe die Boxen nachher auch immer wieder bei anderen Händlern gesehen, doch die wollten teilweise sogar noch mehr und dabei waren die Boxen dort in deutlich schlechterem Zustand. Auf meinem weiteren Rundgang durch die Stadt habe ich immer wieder bekannte Gesichter getroffen und wir haben uns kurz unterhalten. Da ich auf dem Weg nach Hause war bin ich nicht mit ihnen weiter gezogen. Auch im Wohnheim traf ich einige Kommilitonen und bin nach einer kurzen Pause selber weitergezogen, Auf einer Rasenfläche hier um die Ecke verkauften viele Händler alte Sachen und ich hatte die Hoffnung da eventuell meinen Löffel zu finden. Ich habe auch einige Stände durchstöbert, doch da es schon recht dunkel war beschloss ich Sonntagmorgen wieder hinzugehen, denn im Hellen lässt sich der Zustand doch besser beurteilen. So machte ich mir da nur einen Überblick.

Am Sonntag ging es dann wieder zu diesem Platz und ich habe gefühlt hundert Souvenirlöffel angeschaut, aber nicht einer von Lille. Brügge und Brüssel fand ich jede Menge und auch andere Städte, aber leider keinen von Lille. Stattdessen fand ich dieses schöne Kästchen:

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Allerdings wusste ich hier nicht wofür ich es verwenden könnte, ich fand es einfach nur schön. Auch lagen hier meine Preisvorstellung sehr weit entfernt von der des Verkäufers. Schön finde ich es immer noch aber ich bereue nicht es nicht gekauft zu haben.

Bevor meine Füße vollends ihren Dienst versagt haben bin ich noch in die Innenstadt gegangen um mir die Muschelschalenberge zu bestaunen. Denn Moules Frites ist das Muss-Essen zur Braderie und zwischen den Restaurants gibt es einen Wettbewerb wer Sonntag abends den größten Berg von Muschelschalen hat. Dort haben dann auch die meisten Gäste gegessen. Dies ist Traditionsgemäß immer das Aux Moules und dies war auch das einzige Restaurant wo ich einen Berg entdeckt habe. Allerdings ist er genau in dem Moment als ich da war ein wenig eingestürzt, da der Mitarbeiter auf dem Bild eine Ketchuppackung entfernen wollte.

Bergrettung

„Bergrettung“

Ihr seht in auf den Bild dabei wir er versucht die Schalen wieder auf den Berg zu schaufeln.

Ich habe insgesamt viele kuriose und interessante Dinge gesehen und zwischendurch immer wieder bekannte Gesichter getroffen. Eine größere Auswahl an Bildern findet ihr bei Flickr.

Auch wenn ich meinen Löffel nicht bekommen habe fand ich es sehr schön und kurios. Hatte ich erwähnt, dass man sogar Tiere kaufen konnte? Ich habe Meerschweinchen, Goldfische und Vögel gesehen, allerdings keine Foto gemacht. Ich war doch zu erschrocken von den Verhältnissen wie sie zum Verkauf angeboten wurden. Es hat wirklich jeder alles versucht zu Geld zu machen, aber schaut euch am besten die Bilder an.

Jetzt hätte ich doch glatt noch einen wichtigen Bestandteil der Braderie vergessen. Neben einem Programm auf einer Bühne in der Innenstadt gab es immer wieder Musiker zu bestaunen. Quasi an jeder Ecke wurde man unterhalten und Samstag Abend fand in allen Straßen eine Party statt. Ja Braderie ist auch ein wenig Stadtfest und Straßenparty in Lille und das hat auch nochmal am Samstag Abend richtig Spaß gemacht dort zu sein.

Musiker

Musiker

 

Folgt mir – Beiträge aufholen – Kommentare

Hallo zusammen,

wie ihr sicher beobachtet habt habe ich ein bisschen an meinem Blogaussehen gebastelt. Ihr könnt mir jetzt euch ganz einfach folgen und so immer direkt sehen, wenn ich was neues schreibe. Also einfach in der Seitenleiste auf folgen drücken, würde mich freuen.

Dafür, dass ich nun doch schon was länger in Lille bin und mehr als ein Viertel rum ist habe ich bislang recht wenig geschrieben. Dies werde ich diese Woche auf jeden Fall aufholen. Also seit gespannt.

Ich freue mich außerdem immer über eure Kommentare und auch gerne E-Mails, auch wenn ich evtl. nicht immer Zeit habe direkt zu antworten.

Liebe Grüße,

eure Nele

Journée Inter-Résidences 2014

Am 20.September organisierte die AEU einen Interresidenztag für alle Bewohner der diversen Wohnheime. Ich erwartete einen spannenden Tag und die Möglichkeit endlich mal meine Mitbewohner genauer kennen zulernen. Wir waren mehr Austauschstudenten als Franzosen die daran teilnahmen und insgesamt auch eher recht wenige. Ausgestattet mit Team-T-Shirts begaben wir uns mit einem Bus zu einem etwas außerhalb von Lille gelegenen Geländes, dass der AEU gehört.

FRL - Gruppenselfie

FRL – Gruppenselfie

Dort erwartete uns zunächst ein Mittagessen in Form von Sandwiches, Chips (daran werde ich mich nie gewöhnen), Müsliriegeln, Äpfeln und natürlich Getränken. Gut gestärkt testeten wir dann schon einmal das Aktivitätsangebot und dass war nicht gerade klein. Es gab u.a. Lasergame, Rodeo, Zumba, Bubblefoot und Menschenzocker.

Alles waren Sportspiele die wir nach einem Zeitplan in einer Gruppe mit einem anderen Wohnheim durchliefen. Vorher gab es allerdings noch eine lustiges Aufwärmprogramm. Wir hatten bei allen Sachen sehr viel Spaß wobei Zumba und Step-Aerobic etwas zu viel für meine Knie waren und ich dann bei einer Aktivität leider aussetzen musste. Zwischendruch wurden wir mit Crêpes und Eis verköstigt. Lasergame stand leider nicht auf unserer Liste, aber auch sonst hatten wir viel Spaß. Leider hat der Regen das Treiben irgendwann unterbrochen und wir haben das Abendbuffet eher gestürmt als geplant.

Auch das Abendessen war wieder sehr lecker, es gab Gegrilltes (Würstchen, Lamm, Chickenwings), Kartoffelgratin, Paella mit Muscheln und eine große Salatauswahl. Ich konnte gar nicht soviel Essen wie ich wollte. Und dann gab es auch noch leckeren Nachtisch in Form von total toll angerichtetem Obst und kleinen Patisseriefeinheiten.

Es hat insgesamt sehr viel Spaß gemacht und auf der Party am Abend bin ich leider nicht so lange geblieben, da ich dann doch sehr geschafft war. Auf dem Hinweg zu dieser konnten wir noch ein wunderschönes Feuerwerk von der Kirmes bestaunen. Die Getränkeorganisation war leider sehr schlecht so dass ich dann auch nur eine Cola getrunken habe. Franzosen und Organisation scheint wohl nicht ganz so zu passen.

FRL -Partypeople

FRL -Partypeople

Jetzt kenne ich auf jeden Fall einige Leute im Wohnheim, muss nur noch rausfinden wer neben mir wohnt, spricht auf jeden Fall Niederländisch.

Die zweite Woche in Lille

Die zweite Woche in Lille hieß für mich auch die erste richtige Uniwoche und somit Intensivkurs von Montags bis Donnerstags von 8:10Uhr bis 12:30Uhr und Freitags Klausur.

Am Montag teilte uns die Dozentin mit, dass wir nur eine Präsentation machen müssen und am Freitag keine Klausur schreiben, also musste ich noch ein wenig auf die erste Klausur warten.

Belegt hatte ich diese Woche „Understanding and Managing Human Behaviour at work“. Mit diesem Fach wollte uns die Dozentin eigentlich bei der Wahl unserer Fächer behilflich sein und aufzeigen, welche Fächer sie sonst noch unterrichtet. Die Fächer hatten wir schon gewählt, aber trotzdem war der Kurs sehr interessant und auch recht einfach. Gestaltet war er sehr interaktiv mit vielen Gruppenarbeiten und angenehmen Pausen, d.h. gut verteilt und eine angemessene Länge. Man konnte auch einiges über sich selbst lernen, so u.a. welche Persönlichkeitsmerkmale für einen Job wichtig sind und welche Stellen zu den Ausprägungen passen. Am Donnerstag haben wir als Gruppe eine kurze Präsentation über Leadership gehalten, wobei uns bei der Gestaltung komplett  freie Hand gelassen wurde. Die Professorin kam aus der Wirtschaft und doziert nur nebenbei. Neben inhaltlichen Infos bekamen wir von ihr auch einige „Überlebensinfos“ für Lille und Frankreich. Sie selber ist Engländerin und gibt auch erst seit einem Jahr Kurse in Lille. Es war auf jeden Fall ein guter Start in das neue Semester

Auch hatte ich in der ersten Woche „English for Debating“ dies ist allerdings ein „normaler“ Kurs. Das heißt jede Woche eine Einheit ja 1:20h. Diesen Kurs habe ich nur für mich selbst gewählt, da er mir nicht anerkannt wird. Einfach um sicherer im Englisch sprechen und argumentieren zu werden und nicht gleich aggressiv zu klingen. In meiner ersten Stunde musste ich direkt feststellen, dass ich die einzige Austauschstudentin in diesem Kurs bin. Komme also auf jeden Fall hier in Kontakt mit Franzosen. Diese haben übrigens größtenteils Angst davor Englisch zu sprechen. Mal schauen wie sie sich anstellen, diese Woche gab es erstmal nur eine Einführung/Übersicht in dass was wir machen.

Mittags war ich immer mit zwei netten Brasilianerinnen in den AEU Restaurants essen. AEU ist eine private Organisation und übernimmt quasi die Funktion des Studentenwerks in Deutschland. Sie bieten Restaurants (=Mensen), Wohnheime (u.a. das in dem ich wohne), ein Fitnesstudio inkl. Sportkursen und euch Gesundheitsangebote. Zu den Restaurants schreibe ich auch noch was. Das Essen ist meiner Meinung nach besser als in Aachen.

Neben der Uni war auch noch recht viel Organisatorisches zu regeln. Ich musste noch einen Kurs umwählen, da der gewählte dann doch nur für Masterstudenten war, ja Organisation ist nicht ganz so das Ding dieser Uni. Das konnte ich schon in der Woche davor feststellen als wir unseren Studentenausweis abgeholt haben, da durfte ich 2,5 bis 3 Stunden für warten, da die das unnötig kompliziert gemacht haben. Ein Raum für alle Austauschstudenten (ca. 500) und dann auch noch mit der Sozialversicherungsgebühr für nicht EU-Studenten verbinden war keine gute Idee. Bürokratie und Organisation muss halt gelernt sein. Nun muss ich noch meine Kursanerkennung ändern, da ich aber bis Freitag noch aus Kursen geschmissen werden kann (wegen Überfüllung) muss ich darauf noch warten. Außerdem musste ich nochmal zur Bank zum „unterschreiben“ dies war aber nur ein paar Knöpfe auf dem iPad drücken. Jetzt darf ich auf eine Mail warten um ein Foto hochzuladen und dann bekomme ich auch irgendwann meine Karte. Das Konto habe ich letzte Woche im Rahmen der Einführunsgwoche eröffnet. Wir bekommen bei der Bank auch 50€ geschenkt, für die Eröffnung durfte ich aber auch min. 2 Stunden anstehen, da die iPads mehr Probleme gemacht haben als dass es schneller ging. Man sollte sowas eventuell vorher im kleinen Rahmen ausprobieren als an einer großen Masse an Austauschstudenten, zudem war das Programm nur auf französisch…

Unter der Woche habe ich abends nicht viel gemacht, dafür ging es am Wochenende zur Braderie, hierzu kommt noch ein Artikel, ich arbeite so langsam also alles nach.

Der berühmt berüchtigte Maroilles

Maroilles

Der Käse vor dem selbst französische Filme warnen.

Wer „Willkommen bei den Sch´tis“ gesehen hat, hat sicher schon von diesem Käse gehört. Entgegen aller Warnungen im Film habe ich ihn mir schon Mitte August bei unserem Kurzurlaub gekauft. Da er so schon recht intensiv roch, trotz Folie und Karton drumherum, und Tobias mich anflehte ihn nicht vorher zu probieren habe ich ihn erst recht spät getestet. Nachdem mir Melanié vom International Club geraten hat ihn in einer Plastikdose zu lagern riecht man ihn auch nicht mehr in meinem Zimmer, wenn ich den Kühlschrank öffne. Oder ich bin mittlerweile immun gegen den Geruch.

Ihr denkt jetzt sicher, oh mein Gott ist das wirklich so schlimm? Nein ist er nicht.

Maroilles und Pumpernickel

Nord-pas-de-Calais trifft Westfalen

Mir schmeckt er sehr gut und ich empfehle jedem, der hier in die Region kommt ihn zu probieren. Am besten hat mir die Kombination mit Pumpernickel geschmeckt. Dieses hatte ich aus Deutschland mitgebracht. Der Maroilles hat einen sehr kräftigen Geschmack so dass er schön mit dem intensiven Pumpernickel harmoniert. Viel Essen kann ich davon nicht, nach 2 Scheiben ist einfach Schluss, da er doch zu den intensivsten Käsen gehört die ich bislang gegessen habe.

Als nächstes möchte ich mich an Moules mit Maroilles wagen. Moules marinières habe ich hier schon des Öfteren gegessen.

 

Keine Panik das hier wird kein Foodblog, also auch weiterhin über das Leben in Lille und da gehört Essen (wie kann es in Frankreich anders sein?) natürlich dazu.